Das Leben im Isaan aus meiner Sicht

Wen zieht es schon freiwillig in den Isaan, ich schätze mal die wenigsten, denn es fängt ganz wo anders an.

Die vielen Mädchen, die in Pattaya, Phuket oder Bangkok in den Bars arbeiten kommen meist aus dem armen Nordosten Thailands, dem Isaan. Es ist deshalb eine Schlussfolgerung, das die meisten Beziehungen zwischen einem Farang und einer Thai im Isaan landen. So mancher Farang, der sich in eines dieser hübschen Mädchen verliebt hat wird sich früher oder später überreden lassen, Ihre Familie im Isaan zu besuchen. Bei diesem Besuch wird er, entgegen Pattaya oder Bangkok, vielleicht von dem völlig anderem Lebensstandard und dem freundlichen und herzlichen Entgegenkommen der Dorfbewohner angetan sein und überlegt sich vielleicht schon, sich hier auf die Dauer niederzulassen. Dabei muss er sich aber über viele Dinge im klaren sein.

Vielen Berichten zu Folge, die in guten und auch einschlägigen Thai-Foren kursieren, zeigen zu diesem Thema, das jeder der in den Isaan kommt, ihn aus einem anderem Blickwinkel und einer anderen Einstellung sieht. Jeder Farang, der sich dazu entschlossen hat hier zu leben, muss sich vieler Dinge entbehren, die er in seiner Heimat als selbstverständlich gesehen hat. Er bekommt dafür andere Dinge; schönes warmes Wetter, tiefere Lebenserhaltungs-kosten und in den meisten Fällen auch eine schöne junge Frau. Er muss sich aber vorher darüber im Klaren sein ob er das eine gegen das andere eintauschen will. Den meisten geht es ganz anders als sie es sich vorgestellt haben; Anstatt ins Paradies zu ziehen sind sie am Ende der Welt gelandet.

Das leben im Isaan ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Aus meiner Erfahrung mit den Farang’s die in meiner Umgebung leben, (und ich kenne den Isaan erst seit 3 Jahren) möchte ich beahaupten, das die meisten von Ihnen langfristig mit den Lebensumständen nicht zurechtkommen. Wer aber die Menschen hier so akzeptiert wie sie sind, mit all Ihren guten und schlechten Angewohnheiten in Einklang kommt und sich bemüht sich in die Dorfgemeinschaft einzugliedern, der ist auf gutem Wege seine Träume realisieren zu können und das richtige zu tun.

Er muss vor allem mit den Eigenarten der Thais fertig werden. Er muss seine Ansprüche und Lebensweise möglichst dem Thai-Lebensstil anpassen, wenn er hier auf Dauer zufrieden leben will. Er wird aber auch ziemlich sicher die Möglichkeit nutzen, seine Umgebung etwas farangmässig zu gestalten. Aber wenn es um sinnvolle Planung wie den Tagesablauf, Ordnung und Sauberkeit geht, wird er ziemlich schnell bemerken, das dies auf die Dauer ein aussichtsloser Kampf ist. Dafür hat er aber auch die schönen Dinge die vorher angesprochen wurden und wenn er sich nicht abkapselt hat er auch viele Freunde im Dorf. Ich habe einige Farang's erlebt, die dachten, sie müssten mit Ihrer zivilisierten Art und Weise auf Wichtig und Pompös machen. Neid und Hass in der Familie und bei den umliegenden Dorfbewohner kommt da ziemlich schnell auf.

Ich erlebe immer wieder die gleichen Probleme. Das liebe Geld! Wer hier leben will, ohne ein finanzielles Polster, wie zum Beispiel einer Rente oder Gespartes auf einem Bankkonto kommt früher oder später in die Klemme. Vor allem diejenigen die vor Ihrem Rentenalter hierher kommen und ein paar tausend Franken auf Ihrem Konto haben. Denn das meiste Geld geht für den Hausbau drauf, das meistens über dem kalkulierten Budget liegt. Falls dann noch eine Heirat anfällt, sieht es noch düsterer aus. Mit dem restlichen Geld dann noch eine Grundlage zu bilden und vielleicht noch irgendwie Gewinn daraus zu schlagen, läuft unwiderruflich darauf hinaus, das alles mitsamt dem Haus wie eine Seifenblase platzt, wenn die Beziehung in die Brüche geht.

Zudem sind die meisten Farangs der Meinung, wenn sie ein paar Jahre mit Ihrer Thaifrau in der Schweiz gelebt haben, ein Scheitern Ihrer Verbindung unmöglich sei. Die Realität sieht da aber anders aus. Wenn die Frau wieder im Umfeld Ihrer Familie und den Nachbarn ist, wird jeder Farang feststellen, das seine Frau nicht mehr die gleiche ist wie in der Schweiz.

Wer sich nicht von Anfang an bemüht sich in die Thaimentalität hinein zu denken, sich darauf einzustellen und es versäumt, die Sprache zu lernen, weil er sich ja mit seinem Thai-Englisch mit Ihr unterhalten kann und keinen Wert darauf legt den Kontakt mit den Nachbarn zu pflegen und sich am gesellschaftlichen Leben des Dorfes zu beteiligen, den erwarte ein böses Erwachen.

Alles in allem: jeder hat mal davon geträumt sein Leben und seine Umgebung zu ändern. Aber nicht jeder hat die Kraft dazu, diese Träume hier im Isaan Wirklichkeit werden zu lassen.

Und jeder Farang, der mit grossen Versprechungen und Illusionen hierher kam und dann scheiterte, trägt nicht gerade zum Ansehen der Farang’s unter den Einheimischen bei.