Reisen in Thailand, auf selbsbewusste Art

Da der Alltag eher gemächlich von statten geht und einem die Menschen zu meist freundlich entgegen kommen, kann man sich sehr schnell in Thailand verlieben. Ein lächeln öffnet viele Türen und ein anständiger Spass bewirkt meist mehr als strenge Anweisungen.
Trotzdem sind nicht alle Thais frohe Naturen. Viele Touristen strömen ins Land und treten die Kultur und ihre Sitte mit den Füssen. Man sollte nicht vergessen, das die Bevölkerungsstruktur in Thailand ebenso vielschichtig ist wie anders-wo. Auf Reisende mit einem fröhlichem Auftreten reagieren die Thais instinktiv sehr freundlich und Sie ernten auch ein Lächeln. Und ein paar Brocken Thai reichen schon aus, um bei Strassenküchen und Taxifahrern neue Freunde zu machen. Im allgemeinen tolerieren Thais die meisten Verhaltensweisen, denn sie nehmen an, der der grossteil der Ausländer nichts über ihr Land wissen. Wer sich also bemüht, sich nur ein wenig an die Kultur der Thais zu gewöhnen, dem stehen viele Türen offen.

Die Monarchie

Auch wenn man Mühe hat, sich in die Kultur einzufühlen, der Monarchie und der Religion sollte man ein hohes Mass an Achtung entgegenbringen.
Es gibt da einige Regeln zu befolgen:

  • Abbildungen des Königs- und Familie gelten als heilig
  • Die Königsfamilie darf weder kritisiert noch verunglimpft werden (Majestätsbeleidigung kann bis zu 7 Jahren Haft geben)
  • Auf der thailändischen Währung prangt die Abbildung des Königs, sie darf nicht getreten werden
  • Stehen sie wenn möglich aufrecht, wenn die Nationalhymne ertönt, sie zeigen damit Verständnis für das thailändische Nationalgefühl

Ein Besuch im Tempel

Beim Besuch eines Tempels ist es wichtig, auf angemessene Bekleidung zu achten. Shorts und ärmellose Shirts sind verpönt, das gilt für Mann und Frau. Wenn ein Gebäude eine Abbildung Buddhas beherbergt, werden grundsätzlich die Schuhe ausgezogen.
Da Darstellungen des Erleuchteten heilig sind, ist es äusserst unangebracht davor zu posieren um sich fotografieren zu lassen. Beim Hinsetzen in einem religiösen Gebäude sollte man die "Meerjungfrau" Sitzposition einnehmen, also die Beine so anwinkeln, das die Füsse nach hinten zeigen. Für Frauen ist es ein Tabu einen Mönch zu berühren. Falls eine Frau einem Mönch etwas übergeben möchte, sollte sie in Reichweite des Mönches platzieren oder auf einem dafür bereitgelegtem Empfangstuch platzieren und niemals direkt überreichen.
Da die meisten Tempel in Thailand finanziell durch Spenden unterstützt werden, ist es angebracht, wenn der Tourist einen anerkennenswerten Beitrag dazu leistet.

Gesellschaftliches Verhalten

Die Thais begrüssen sich traditionell mit der gebetsartigen Geste, dem sogenannten wâi. Der Wai besteht aus einem Aneinanderlegen der Handflächen, die den Körper irgendwo zwischen Oberkörper und Kopf leicht berühren. Je höher die Hände gehalten werden, umso höher ist der Respekt oder die Höflichkeit der ausführenden gegenüber der empfangenden Person.
Der Gruß kann im Sitzen, Stehen, Gehen und sogar beim Liegen ausgeführt werden. Unter Freunden oder bei Personen, die sich sehr gut kennen, wird diese Formalität nicht strikt eingehalten. Wenn Sie sich nicht sicher sind, einen wâi zu erwidern; mit einem Lächeln und einem fröhlichen sàwàt-dii khráp (als Mann) oder sàwàt-dii khâ (als Frau). Dieser Unversalgruss funktioniert in den meisten Fällen.
Ausserhalb der Grossstädte  wie Bangkok oder der Prostituiertenhochburg Pattaya, also in den traditionell geprägten Landesteilen gilt es als unangemessen, wenn sich Liebespaare oder Freunde gegenseitig Händchen halten oder sich Küssen. Man erntet dabei nur finstere Blicke. Ebenso wenig mögen es die Thai, wenn man sie am Kopf berührt.

Bekleidung / Hygiene

Thailand ist ein sehr sittsames Land. Freizügige Bekleidung wird nur in Bangkok und den Tourismushochburgen, sowie am Strand oder beim Sport geduldet. Viele Touristen werden sich über die hier vertretene konservative Mode wundern, da es ja schliesslich ein tropisches Land ist. Lockere und leichte Stoffe sind ein hervorragender Sonnen-schutz und regelmässiges Duschen erfrischt.
Achten Sie beim Strandbesuch auf sittsame Bekleidung, denn Sie werden bemerken, das Thais in vollen Montur ins Wasser gehen. Oben ohne, oder besser gesagt, das entblössen von intimen Körperteilen berichtigt nur wieder das Vorurteil der Tahis, das wir "Westler" ausschliesslich Sex im Sinn haben.
Sie werden selten erleben, das ein Thai schwitzt, wo uns hingegen das Wasser in Strömen von der Stirn rinnt, ganz zu schweigen vom Körpergeruch. Tahis, Frauen und Männer, pudern sich nach der Dusche häufig mit Babypuder ein. Das mag für uns seltsam vorkommen, aber was für Baby's gut ist, tut uns bestimmt auch gut. Zudem riecht es noch angenehm.

Tabus für Kopf und Fuss

Spirituell gesehen, oder aus praktischen Gründen, betrachten die Thais den Kopf als höchsten und heiligsten Körperteil, während die Füsse als schmutzigste Extremität gelten. Man sollte also einige Regeln beherzigen:

  • Vor dem Betreten von Privathäusern/wohnungen sollte man die Schuhe ausziehen, ebenso vereinzelt bei Pensionen oder Geschäften.
  • In Tempeln ist das ein absolutes muss.
  • In Restaurants und Pensionen haben Füsse nichts auf dem Tisch oder Stühlen zu suchen.
  • Vermeiden Sie es, Türen mit den Füssen zu schliessen oder mit den Füssen eine Richtung anzuzeigen
  • Berühren Sie niemals den Kopf eines Thai, oder zerzausen sein Haar. Das kann als Angriff gewertet werden.

Essen und Trinken

Mittlerweile hat die Thai-Küche in der oberen Liga der internationalen Küche ihren Platz gefunden. Die Einfachheit, Vielfalt und die Tradition der thailändischen Küche erfahren sie aber erst auf einer Reise durch Thailand. Sie werden schnell bemerken, das Thais das Essen mit grosser Leidenschaft teilen. Er nimmt sich sehr viel Zeit dafür, nicht wie wir es gewohnt sind dreimal am Tag, sondern vier-oder fünfmal. Sie werden die Thais zu jeder Tageszeit beim Essen antreffen, frühmorgens oder spät in der Nacht. Nicht um sonst findet man an jeder Ecke eine Strassenküche mit dampfenden Nudeln, Suppen und Gegrilltem.

Der Reis ist das Grundnahrungsmittel und so das zentrale Element der thailändischen Esskultur. Nebst vielen anderen Sorten ist der Jasminreis der Beste. Sehr beliebt bei den Thais ist der Klebereis, der vor dem Verzehr mit den Händen zu kleinen Bällchen geknetet wird, um sie dann in Saucen zu "tünkeln".
Nudeln werden Sie vorwiegend in Schüsseln mit Hühner-oder Rinderbrühe mit Fleischstücken und Gemüse antreffen. Sie gelten bei den Thais als Snack für Zwischendurch.
In der Thaiküche spielen auch Currygerichte eine grosse Rolle. Diese sind eher scharf als süsslich, denn der Thai ist sich scharfes Essen gewohnt. Currygerichte gibt es in vielen Arten, zum Beispiel mit Nudeln, Reis, Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten oder Gemüse. Unter anderem wird bei Currygerichten vielfach Kokosmilch zum verfeinern beigefügt.
Salate gibt es in verschiedenen Varianten; gemischt mit Gemüse, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten. Der wohl bekannteste Salat ist der Papayasalat "Tom Sam" genannt. In der Regel ist der Papayasalat so scharf, das die meisten Mühe damit haben. Ein "no pet" oder "no spicy" wird meistens verstanden und Sie kommen in den Genuss eines milderen Papayasalat.
Was die Getränke anbelangt, ist in Thailand alles offen. In Thailand wird viel Kaffee getrunken, verwendet werden meistens die Sorten Arabica und Robusto. Mineralwasser und Fruchtssäfte gibt es so ziemlich alle, wie es sie auch im Westen gibt. Auch Bier und Whisky sind an der Tagesordnung. Die bekanntesten Biersorten sind das Chang, Singha, Leo oder das Tiger. Aber auch europäische Biersorten findet man in Thailand, am meisten verbreitet das Heineken. Whisky gibt es vom billigen Blend bis zum teuren RedLabel. Unter den Einhei-mischen wird vielfach Reis-Whisky getrunken, der Sang Som oder Mekong. Auch der "LaoKhao" ist weitverbreitet, vor allem in der unteren Schicht, weil er billig ist und in vielen Regionen noch selbst gebrannt wird.

Wohnen / Schlafen

Die Thais haben im Gegensatz zu uns andere Wohn- und Schlafgewohnheiten. In den Grossstädten hat man sich mittlerweile ein wenig an den westlichen Stil angepasst, wenn man von der Mittel- oder Oberschicht ausgeht. In den ländlichen Gebieten wohnt man immer noch Bescheiden, man verzichtet auf unnötige Möbel, da sich das Leben dort meist vor der Haustür abspielt. Geschlafen wird dort meistens am Boden, auf Matten und vielerorts die ganze Familie in einem Raum, denn das Zusammensein der Familie hat in Thailand einen hohen Stellenwert.
Als Tourist in Thailand haben sie viele Möglichkeiten, wenn es um die Übernachtung geht, ob es in einer Pension, einem Hotel, oder einem Ressorts ist, und das in allen Preisklassen. Falls Sie Freunde haben in Thailand, sollten Sie die Gelegenheit nutzen, bei einer Thailändischen Familie wohnen zu können. Das ist beste Art, die Kultur und Lebensart der Thais kennenzu-lernen und ermöglicht Ihnen, auch etwas Thai zu lernen.

Freizeit

Thailand ist ein Land mit einer grossen Anzahl von Sehenswürdigkeiten. Abseits der über-füllten Touristenzentren und Badestrände sind die Tempelanlagen, die sogenannten "Wats"
ein Anziehungspunkt für Touristen. Von diesen gibt es unzählige, verteilt über das ganze Land. Auch an Naturschutz-parks fehlt es nicht, diese trifft man vorwiegend in Zentral- nord oder Nordostthailand an. In den meisten Grossstädten befinden sich auch Museen und Ausstellungen und an Veranstaltungen und Konzerten fehlt es auch nicht. Oder nehmen Sie sich Zeit um auf die Märkte zu gehen, ein Besuch lohnt sich immer. Sie werden dort so ziemlich alles vorfinden, über Nahrungsmittel, Textilien bis hin zu Elektronikartikeln. Für Shopping-Freaks sind die grossen "Shop-Malls", die es in jeder Grossstadt gibt ein Paradies und lässt ihnen das Herz höher schlagen. Sie werden überrascht sein, was der thailändische Konsummarkt anzubieten hat.
Wer es gern sportlich mag, dem fehlt es nicht an Angeboten. Auch in Thailand werden ausgedehnte Wander- oder Radtouren angeboten. Mittlerweile kann man Thailand auch recht gut mit dem Zug bereisen. Vor allem eine Zugsreise in den Norden, zum Beispiel durch die Kolathöhen oder Richtung Chang Mai zeigt das Land in seiner üppigen Land-schaft und Schönheit.
In den grossen Badeorten wie Pattaya oder Phuket, den beliebten Inseln wie Ko Samui oder Ko Chang kommen auch die Wassersportler auf ihre Kosten.

Zum Schluss

Egal wie Sie sich in Thailand aufhalten, als Tourist, Gast oder Auswanderer: wenn Sie Thailand einmal erlebt und bereist haben, sich mit der Art und Weise der Thais vertraut gemacht haben, werden Sie feststellen, das Thailand nicht nur ein Touristenland ist, sondern auch ein Land mit einer hochstehenden Kultur und einer traditionsreichen Geschichte ist. In diesem kurzen Artikel habe ich mich auf Thailand im allgemeinen bezogen. Die Zeit, die ich in Thailand verbringe, verbringe ich bei meiner Familie im Isaan, dem Nordosten Thailands. Zu gegebener Zeit werde ich auch über den Isaan einen ausführlichen Bericht schreiben.

Bis dann,

Sawasdee Khrab